Wenn Sie diese Seite gefunden haben, haben Sie vermutlich gerade eine E-Mail oder einen Brief von mir zu einem meiner Fotos bekommen und online nach „Marco Verch Abmahnung" gesucht. Das ist erst einmal kein Grund zur Panik. Hier erkläre ich Ihnen offen, worum es geht, was Sie tun können und wie sich die Sache in den allermeisten Fällen schnell und günstig erledigen lässt.
Das Wichtigste zuerst
- Es geht um ein Foto von mir, das Sie genutzt haben, wahrscheinlich von Flickr, ccnull.de oder foto.wuestenigel.com. Diese Bilder sind kostenlos nutzbar, aber nur unter den Bedingungen der jeweiligen Creative-Commons-Lizenz.
- Mein Schreiben ist keine anwaltliche Abmahnung und kein Gerichtsverfahren. Es ist ein direktes Angebot, die Sache unkompliziert und ohne Anwaltskosten zu klären.
- Sie haben Zeit. Lesen Sie in Ruhe, prüfen Sie den Fall, holen Sie bei Bedarf eine zweite Meinung ein. Aussitzen und gar nicht reagieren ist allerdings nicht die beste Idee, dazu unten mehr.
Ist das wirklich eine Abmahnung?
Kurz: nicht im juristischen Sinne. Umgangssprachlich nennen viele Empfänger jedes Schreiben zu einer Bildnutzung „Abmahnung", deshalb finden Sie diese Seite auch unter diesem Begriff. Tatsächlich handelt es sich bei meinem Schreiben um ein außergerichtliches Angebot zur Nachlizenzierung: Sie gleichen die zurückliegende Nutzung mit einem überschaubaren Pauschalbetrag aus, und die Sache ist erledigt. Eine echte anwaltliche Abmahnung (mit Anwaltskosten und Unterlassungserklärung) ist für Sie deutlich teurer. Genau die möchte ich vermeiden. Mehr zu meiner grundsätzlichen Haltung lesen Sie in meinem Statement.
Worum es geht: die Creative-Commons-Lizenz
Meine Fotos stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz (meist CC BY 2.0). „Kostenlos" heißt dabei nicht „bedingungslos". Wer ein solches Bild nutzt, muss die Lizenzbedingungen einhalten. In der Praxis sind das:
- Nennung meines Namens (Marco Verch) als Urheber. Das ist der wichtigste Punkt.
- Angabe und idealerweise Verlinkung der Lizenz (z. B. „CC BY 2.0").
- Link zum Originalbild bzw. zur Bildquelle.
Diese Angaben finden Sie auf jeder Bildseite klar dokumentiert, inklusive eines fertigen HTML-Bausteins, den Sie übernehmen können. Ein Beispiel dafür sehen Sie hier.
Vor allem wichtig ist die Namensnennung. Wenn diese fehlt oder das Bild komplett ohne Quelle erschien, ist die Lizenz formal nicht eingehalten. Bei den Link- und Lizenz-Hinweisen bin ich pragmatisch und beziehe Sonderfälle ein. Genau darum geht es in meinem Schreiben.
Was Sie jetzt tun können
Schritt 1: Prüfen. Schauen Sie nach, wo und wie das Bild bei Ihnen eingebunden war und ob die drei Angaben oben vollständig vorhanden waren. Im Schreiben finden Sie die konkrete URL und einen Screenshot der beanstandeten Nutzung.
Schritt 2: Attribution korrigieren oder Bild entfernen. Sie können die Namens- und Lizenzangabe nachtragen oder das Bild austauschen bzw. entfernen. Wichtig zu wissen: Das nachträgliche Korrigieren beseitigt zwar das Problem für die Zukunft, ändert aber nichts an der bereits erfolgten Nutzung. Darauf bezieht sich die Forderung.
Schritt 3: Klären. Antworten Sie mir einfach. Ich stimme mich mit vielen Nutzern direkt ab, gerade bei Sonderfällen (Print, Social Media, Vorschaubilder), bei denen eine vollständige Attribution technisch nicht immer möglich ist. In vielen Fällen finden wir eine pragmatische Lösung.
Die faire Nachlizenzierung als Alternative
Statt jeden Fall direkt einem Anwalt zu übergeben, biete ich eine pauschale Nachlizenzierung an. Der Gedanke dahinter: Sie zahlen einen überschaubaren Betrag für die zurückliegende Nutzung, die Sache ist damit erledigt, ohne Anwaltskosten, ohne Inkasso, ohne weitere Korrespondenz. Das ist für beide Seiten der mit Abstand günstigste und schnellste Weg, eine Eskalation bis hin zur anwaltlichen Abmahnung zu vermeiden.
Ich weiß, dass eine solche Forderung unangenehm ist. Mir geht es nicht darum, jemanden „in die Falle" laufen zu lassen, sondern um einen fairen Ausgleich für Arbeit, die regulär lizenziert auch Geld kostet, gegenüber denjenigen, die korrekt lizenzieren. Warum ich überhaupt freie Bilder anbiete und wie ich das Verhältnis von freiem Wissen und Urheberrecht sehe, beschreibe ich ausführlicher in meinem Statement.
Häufige Fragen
Ist das eine richtige, anwaltliche Abmahnung?
Nein. Mein Schreiben ist ein außergerichtliches Angebot zur Nachlizenzierung. Eine anwaltliche Abmahnung wäre für Sie deutlich teurer. Genau die möchte ich vermeiden, deshalb der direkte Weg.
Muss ich den Betrag aus dem Schreiben zahlen?
Eine nicht lizenzkonforme Nutzung kann Ansprüche auslösen, das ist die Grundlage. Über die Höhe solcher Ansprüche gibt es allerdings unterschiedliche Gerichtsentscheidungen, und es gab Verfahren, in denen Forderungen reduziert oder abgewiesen wurden. Ich verschweige das ausdrücklich nicht. Mein Angebot zur pauschalen Nachlizenzierung liegt bewusst niedrig, damit sich der Streit für niemanden lohnt. Es steht Ihnen frei, sich vorher anwaltlich beraten zu lassen, das halte ich für legitim.
Ich habe kritische Artikel oder Urteile zu Marco-Verch-Abmahnungen gelesen.
Die gibt es, und ich ermutige Sie ausdrücklich, sich eine eigene Meinung zu bilden. Vieles davon stammt aus den 2010er-Jahren und beschreibt ein Vorgehen, das ich heute so nicht mehr verfolge. Heute liegt mein Fokus auf direkter, günstiger Klärung statt auf rechtlicher Eskalation. Wenn ich früher in Einzelfällen zu streng war, bitte ich dafür aufrichtig um Entschuldigung. Den ganzen Hintergrund dazu findest du in meinem Statement.
Kann ich die Abmahnung einfach ignorieren?
Davon rate ich ab, nicht als Drohung, sondern als ehrlicher Hinweis: Wer gar nicht reagiert, riskiert, dass aus einer kleinen, günstig erledigbaren Sache ein größerer Vorgang wird. Eine kurze Rückmeldung ist immer besser als Funkstille.
Warum verschicken Sie überhaupt solche Schreiben?
Die Suche, Dokumentation und Kommunikation rund um nicht lizenzkonforme Nutzungen kostet erheblich Zeit und Geld. Das ist die andere Seite von „kostenlose Bilder für alle": Damit das Modell fair bleibt, müssen die Lizenzbedingungen auch gelten. Mehr Kontext dazu in meinem Statement.
Kontakt
Schreiben Sie mir einfach, am besten als Antwort auf das Schreiben, das Sie erhalten haben. Bitte nennen Sie die Vorgangsnummer bzw. die betroffene URL, dann kann ich Ihren Fall schnell zuordnen.
Mir ist an einer respektvollen, unkomplizierten Lösung gelegen. Melden Sie sich, dann finden wir einen Weg.
— Marco Verch
Mehr zu meiner Sicht auf Urheberrecht und freie Bilder finden Sie in meinem Statement. Die Lizenzbedingungen zu jedem Bild stehen transparent auf der jeweiligen Bildseite.
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